Volleyballfest in Kleingeschwenda

SSV 91 Kleingeschwenda – VC 1883 Schwarza 3-2 (25-22, 19:25, 25:22, 17:25, 16:14), 08.04.2016

Das von vielen mit Spannung erwartete Topspiel der Stadtliga, Erster gegen Zweiter, hielt vom ersten bis zum letzten Ballwechsel was es versprach. Ca. 40 Zuschauer aus beiden Lagern strömten am Freitagabend in die kleine Turnhalle nach Kleingeschwenda und bildeten einen für dieses Duell würdigen und für die Stadtliga wohl einmaligen Rahmen. Der ehemalige Staffelleiter Frank Rebstock stellte sich als Schiedsrichter für dieses hart umkämpfte, aber trotzdem jederzeit faire Spiel zur Verfügung und leitete es allzeit souverän. Bei Kleingeschwenda hielten die Verletzungssorgen vom letzten Spiel weiter an. Hauptangreifer und Zuspieler gingen angeschlagen in die Partie – die beiden längsten Angreifer wurden nicht mehr rechtzeitig fit. Die Gäste aus Schwarza mussten auf einen Zuspieler und zumindest zu Beginn des ersten Satzes auf Ihren Hauptangreifer verzichten, da er erstmal in Kleingeschwenda bei Leutenberg gelandet ist und es nicht mehr rechtzeitig zum Anpfiff auf die Saalfelder Höhe geschafft hat. Dieser Tick an fehlender Durchschlagskraft machte sich auch gleich bemerkbar. Schwarza hing von Beginn an immer ein bis zwei Punkte hintendran. Kurz vor Satzende konnte sich der SSV das erste Mal etwas auf 22:18 absetzen. Der VC kämpfte sich aber umgehend wieder heran und der Satz stande bei 23:22 auf Messers Schneide. Mit der tollen Unterstützung der zahlreichen Heimfans erzwangen die Männer von der Saalfelder Höhe dann aber die zwei notwendigen Punkte zum immens wichtigen ersten Satzgewinn und die Halle tobte. Schon jetzt sah man etliche Schweißperlen auf der Stirn der Spieler, was von der enormen Intensität des Spieles zeugte.

Um den lädierten Arm des Hauptangreifers zumindest in der Abwehr zu schonen, bauten die Hausherren zu Beginn des zweiten Satzes erstmals in der Stadtliga die Position des Liberos in ihr Spiel ein. Der VC begann nun aber etwas druckvoller. Dem SSV merkte man die fehlende Größe im Block deutlich an, da im Gegensatz zu sonst kaum direkte Blockpunkte erzielt werden konnten. Weil aber die Angreifer ihre Aufgabe sehr zuverlässig erledigten, konnte der Rückstand bis zur Mitte des Satzes in eine knappe Führung gedreht werden (14:12). Das Spiel war weiterhin absolut auf Augenhöhe und riss die Zuschauer in der Halle voll mit. Was aber bei jedem Spiel des SSV nicht fehlen darf, ist die obligatorische Schwächephase. Plötzlich schlichen sich in allen Mannschaftsteilen unerklärliche Fehler ein. Die Gäste ließen sich nicht zweimal bitten, nahmen das Satzgeschenk dankend an und glichen das Spiel zum 1:1 aus.
Schwarza nahm diesen Schwung auch gleich in den dritten Satz mit und sicherte sich eine Drei-Punkte-Führung. Nachdem die Stimmung in der Halle am Ende des vergangenen Satzes etwas abkühlte, wurde die Heimmannschaft aber nun wieder deutlich nach vorne getrieben. Das übertrug sich dann auch auf die Mannschaft und die kämpferische Leistung stimmte wieder. Weiterhin dominierten die Außenangreifer auf beiden Seiten das Geschehen. Und auch wenn der Block mal seine Hände im Spiel hatte, ging der Ball dann meistens von dort ins Aus. Die Kleingeschwendaer Versuche einen Ball zu legen wurden bis zu diesem Zeitpunkt sehr aufmerksam vom VC verteidigt. Trotzdem konnte man einen knappen Vorsprung bis zum Satzende halten und den Satzball zur viel umjubelten 2:1 Satzführung verwandeln.

Die Spannung in der Halle war nun auf dem Höhepunkt. Wer den nächsten Satz gewinnt hat die Meisterschaft der diesjährigen Stadtligasaison in der eigenen Hand. Entsprechend angespannt gingen beide Mannschaften zu Werke. Im Laufe des Satzes stellte sich Schwarza immer besser auf das zu diesem Zeitpunkt etwas zu einseitige Spiel der Gastgeber ein und stellten häufig einen Dreierblock, der auch einige direkte Punkte erzielte. Diese Maßnahme verunsicherte den SSV, sodass die Fehlerquote wieder deutlich zunahm und sich der Vorsprung der Gäste stetig vergrößerte. Die Versuche wieder etwas variabler zu agieren brachten auch nicht den erhofften Erfolg. Dazu gesellten sich noch einige Missverständnisse, welche die Motivation auf Seiten der Gastgeber jetzt sichtbar senken sollten. Die über das gesamte Spiel viel konstanter spielenden Schwarzaer, brachten den Satz dann mit Ihrer gesamten Erfahrung nach Hause.

Trotz der etwas getrübten Stimmung motivierte sich die Heimmannschaft noch einmal für den letzten Satz, um die Heimserie weiter auszubauen und die erschienenen Zuschauer nicht zu enttäuschen. Schwarza wollte den Sieg aber ebenso und ging im entscheidenden Satz zunächst mit 4:6 in Führung. Bis zum Seitenwechsel übernahm der SSV diese aber wieder (8:7). Mit einigen gelegten Bällen war man nun erfolgreich, da die Kräfte der Gäste etwas nachließen. Bis 13:12 war trotzdem alles nahezu ausgeglichen. Bis dem SSV das Break gelang und man sich somit zwei Matchbälle erarbeitete. Den ersten wehrte VC mit einem starken Angriff ab, beim zweiten profitierte man von einer wackeligen Annahme des Heimsechsers. 14:14, alles wieder ausglichen. In der Halle konnte man mittlerweile die Luft schneiden. Dank der diesmal guten Annahme konnte der Block der Gäste verladen werden und der Diagonalangreifer hatte wenig Mühe den dritten Matchball zu erarbeiten. Dieser wurde schlussendlich mit einem Service-Winner verwandelt und die Heimmannschaft konnte nach über zwei Stunden mitreißenden Volleyball endlich mit ihren Fans feiern.

Keiner der Zuschauer sollte sein Kommen bereuen. Auch wenn das Niveau nicht ganz an das letzte Heimspiel gegen Pößneck heranreichte, lebte dieses Spiel von einer unvergleichlichen Spannung und Atmosphäre in der vollbesetzten Halle und wird wohl jedem Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Für solche Abende spielt man Volleyball.